Die Aufsichtspersonen der VBG besuchten 2025 alle 76 Kalksandstein- und Porenbeton-Hersteller. Ziel war es, die Arbeitsschutzorganisation im Rahmen des gesetzlichen Auftrags zu überwachen und zu den branchenspezifischen Unfallschwerpunkten zu beraten.
In absoluten Zahlen ereigneten sich im Jahr 2024 in der Teilbranche Grobkeramik knapp 200 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Die Quote pro 1.000 Vollarbeitskräften lag bei 38 Unfällen. Noch deutlich höher (58 Unfälle) fiel die Quote bei der Produktion von Hintermauersteinen aus. Über die Unfallschwerpunkte berichteten wir in Ausgabe 4/2024.
Defizite im Arbeitsschutz
Eine bundesweite Besichtigung zeigte, dass ein Drittel der Unternehmen Defizite in der Arbeitsschutzorganisation aufwies. Bei der Hälfte der Betriebe wurde die Gefährdungsbeurteilung beanstandet. Insbesondere die Organisation von Instandhaltungstätigkeiten war bei zwei Dritteln nur teilweise geeignet oder ungeeignet. Die Gefährdungen bei Alleinarbeit wurden oft vernachlässigt und nicht erfasst. Besonders bei Störungsbeseitigungen und Instandhaltungen ereignen sich häufig sehr schwere Unfälle. Bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen für den sicheren innerbetrieblichen Transport hat knapp die Hälfte der Unternehmen Probleme. Jeweils ein Viertel hat Defizite bei der sicheren Benutzung von Arbeitsmitteln beziehungsweise beim Gefahrstoffmanagement. Ein Fünftel gab an, die arbeitsmedizinische Vorsorge nicht organisiert zu haben.
Erneute Betriebsbesuche
Unternehmen, die Defizite aufwiesen, werden erneut von den Aufsichtspersonen besichtigt. Um dem Gefährdungspotenzial für Instandhaltung und Störungsbeseitigung wirksam zu begegnen, entwickelt die VBG zurzeit neue Produkte. Diese werden unter dem Motto: „Nimm dir Zeit für Sicherheit“ stehen. Mithilfe einer kleinen Einsteckkarte mit „Ja/Nein“-Fragen sowie eines ausführlichen Fragebogens sollen Beschäftigte der Instandhaltung für das Thema sensibilisiert werden. Mit der Checkliste sollen sie in die Lage versetzt werden, potenzielle Gefährdungen direkt vor Beginn der Tätigkeit zu erkennen und zu beheben oder bei Bedarf Vorgesetzte zu Rate zu ziehen. Der Fragebogen kann ausgefüllt als kurze Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen dienen. Als dritten Baustein wird es weiterführende Informationen für Führungskräfte geben, um das Thema langfristig in die betriebliche Arbeitsschutzorganisation einzubinden.


